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Karma

 

Karma kommt von der Wurzel "karman" und heißt: "Machen", es bezeichnet alle Taten, die aus dem letzten Leben in dieses Leben wirken, sowie das, was wir jetzt an Karma produzieren und im nächsten Leben wirken wird und ist damit eng mit der Wieder geburts lehre verknüpft

Karma und das Gesetz von Ursache und Wirkung

Hinter der Handlung steht ein Wunsch und ein Gedanke. Der Wunsch nach einem Gegenstand entsteht im Geist. Dann wird über seine Erfüllung nachgedacht. Dann werden Anstrengungen unternommen, um den Wunsch zu verwirklichen. Wunsch, Gedanke und Handlung treten immer gemeinsam auf. Sie sind gleichsam die drei Gefahren, die im Seil des Karma verwoben sind.

Der Wunsch schafft Karma. Du arbeitest und bemühst Dich, das Gewünschte zu erwerben. Karma erzeugt seine Früchte als Schmerz oder Freude. Du musst immer wieder geboren werden, um die Früchte Deines Karmas zu ernten. Das ist das Gesetz von Karma.

Was ein Mensch zu ernten hat, kann vom Individuum nicht geändert werden; aber das Wiederauftreten kann zweifellos durch eigene Anstrengung eingedämmt werden.

Das eigene Bemühen ist Purushartha. Schicksal ist Prarabda. Prarabda ist nur Purushartha, das in früheren Geburten getan worden war. Die eigene Anstrengung von heute wird zum Schicksal von morgen. Eigenes Bemühen und Schicksal sind ein und dasselbe. Prarabda und Purushartha sind eins. Es sind zwei Namen, die aber nur für eine Sache stehen. So wie die Gegenwart zur Vergangenheit und die Zukunft zur Gegenwart wird, so wie es nur die Gegenwart gibt, so gibt es auch nur Purushartha. Wenn Gott durch einen Menschen wirkt, ist es Purushartha. Gnade wird zu Purushartha.

Regen usw. unterliegt nicht der Kontrolle des Menschen. Und doch pflügt der Bauer sein Feld; er übt Purushartha, eigenes Bemühen. Das Getreide missrät durch das Ausbleiben des Regens. Doch der Mensch gibt nicht auf. Er vollbringt Opfer, um Regen zu erhalten, und bringt eine gute Ernte ein. Ebenso ist Yogapraxis eigenes Bemühen, um das schlechte Prarabda, das Atma-Sakshatkara behindert, auszugleichen. Wenn Prarabda stark ist, ist Yoga stärker als Prarabda.

Jede Seele ist wie ein Bauer, der ein Stück Land bekommen hat. Die Größe des Landes, die Beschaffenheit der Erde, die Witterung, das alles ist vorherbestimmt. Aber dem Bauer steht es frei, sein Land zu bewirtschaften, zu düngen und eine gute Ernte zu erzielen, oder es brach liegen zu lassen.

Betrachte alles aus einem anderen Blickwinkel. Wappne Dich mit Unterscheidungskraft, Gelassenheit, Einsicht, Eifer und unerschrockenem Geist. Eine herrliche, leuchtende Zukunft erwartet Dich. Lass die Vergangenheit begraben sein. Du kannst Wunder vollbringen. Du kannst Wunderbares bewirken. Gib die Hoffnung nicht auf. Du kannst die störenden Einflüsse ungünstiger Planeten durch Deine Willenskraft zerstören. Du kannst die Elemente und die Natur beherrschen. Du kannst die Auswirkung schlechter Einflüsse und die feindlichen, dunklen Kräfte, die vielleicht gegen Dich wirken, ausgleichen. Du kannst ungünstige Umstände in bestmögliche umwandeln. Du kannst Dein Schicksal aufheben.

Das Schicksal ist unsere eigene Schöpfung. Du hast Dein Schicksal durch Gedanken und Taten erschaffen. Du kannst es durch rechtes Denken und Tun aufheben. Selbst wenn Dich eine böse, dunkle und feindliche Kraft bedroht, kannst Du ihre Stärke mindern, indem Du entschlossen Deinen Geist davon abwendest. So kannst Du Dein Schicksal entwaffnen.

Der Wille des Menschen ist frei. Durch Selbstsucht ist sein Wille unrein geworden. Er kann seinen Willen rein, stark und dynamisch machen, indem er sich von seinen niederen Wünschen, Vorlieben und Abneigungen befreit.

Du bist kein Geschöpf von Umgebung oder Umständen. Du bist Herr über Dein Schicksal. Du bist der Architekt Deines Glücks. Du bist verantwortlich dafür, was Du erleidest. Du bist verantwortlich für Deinen gegenwärtigen Zustand. Wenn Du unglücklich bist, so ist es Dein eigenes Verdienst. Wenn Du traurig bist, so es ist ebenso Dein eigenes Verdienst. Jede Handlung trägt früher oder später eine Frucht. Eine tugendhafte Handlung hat Freude zur Wirkung. Eine schlechte Handlung verursacht Schmerz.

Es gibt drei Arten von Handlungen, gute, schlechte und vermischte. Gute Karmas machen Dich zu einem Gott oder Engel im Himmel. Schlechte Karmas werfen Dich in niedrige Mutterschöße. Vermischte Handlungen geben Dir eine menschliche Geburt. Wenn Du einen Menschen beraubst und den Armen zu essen gibst, ist das eine vermischte Handlung. Wenn Du durch unrechtmäßige Mittel Geld verdienst und einen Tempel oder ein Krankenhaus errichtest, ist das eine vermischte Handlung. Wenn Du durch Betrug Geld erwirbst und einen Ashram für Sannyasins errichtest, ist das auch eine vermischte Handlung.

Jedes Wirken ist eine Mischung aus Gut und Böse. Es gibt in dieser Welt weder absolut gutes noch absolut schlechtes Wirken. Dieses physische Universum ist eine relative Ebene. Wenn Du etwas tust, wird es einerseits etwas Gutes bewirken und andererseits etwas Schlechtes. Du musst versuchen, solche Handlungen zu tun, die möglichst viel Gutes und möglichst wenig Schlechtes bringen.

Unabhängig davon, wie man sich entscheiden wird, es werden dadurch wichtige Erkenntnisse gewonnen. Das Leben geht weiter, es nimmt seinen Gang, alles ist in Bewegung. Die Natur kennt keinen Stillstand. Alles ist Wandlungen unterworfen, denn schließlich soll sich die Seele entwickeln. Deshalb ist es auch wichtig den Mut zum Loslassen zu haben.

Wer wirklich liebt, der stellt das Glück des anderen über sein eigenes Glück, denn wahre Liebe bedeutet alles zu geben, alles zu verstehen und nichts zu erwarten. 

Achte auf Deine Gedanken,

denn sie werden Worte.

Achte auf Deine Worte,

denn sie werden Handlungen.

Achte auf Deine Handlungen,

denn sie werden Gewohnheiten.

Achte auf Deine Gewohnheiten,

denn sie werden Dein Charakter.

Achte auf Deinen Charakter,

denn er wird Dein Schicksal.

(Talmud)

 Ein Leben wie das unsere, in dem Sünde mit Tugend ringt, und Zweifel mit Zuversicht, und Hass mit Liebe, kann uns nicht befriedigen, aber es kann uns eine Menge lehren – weit mehr als wir zwischen einer einzigen Geburt und einem einzigen Tod lernen könnten.

Kein Mensch kann in einem einzelnen Leben die Lektionen ungebrochener Gesundheit und körperlicher Krankheit lernen, die Lektionen des Reichtums und der Armut, des zurückgezogenen Studiums und des öffentlichen Handelns, der Freundschaft und der Einsamkeit, der Auflehnung und des Gehorsams, der Tugend und des Lasters. Und es wäre so gut, sie alle zu lernen. Ist es da nicht kostbar, hoffen zu können, dass das, was wir in einem Leben versäumt haben, in einem anderen uns zukommen kann?

Und obwohl der Weg lang ist, er kann nicht ermüdender sein als ein einziges Leben. Denn mit dem Tod lassen wir hinter uns die Erinnerung und das hohe Alter und die Müdigkeit. Wir sterben vielleicht alt, aber wir werden jung geboren werden. Und der Tod erhält eine tiefere und gnädigere Bedeutung, wenn wir ihn betrachten als Teil des beständig sich wiederholenden Rhythmus des Fortschritts – so unvermeidlich, so natürlich und so wohltuend wie der Schlaf.

 

John Ellis McTaggart, engl. Philosoph, 1866-1925