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Engel

 

Gehalten von des Mondes fahler Stille,

erhellen sie die dunkle Schattennacht,

in holden Häuptern ruht ein großer Wille,

der Gottes Liebe zaubergleich entfacht.

 

Sie bringen Mensch und Welt den rechten Glauben,

das Schwert der Wahrheit liegt in ihrer Hand;

so wie der Wein entsteht aus reifen Trauben,

streu’n sie die Blüte ‚Seligkeit’ auf’s weite Land.

 

Sie legt sich bunt auf graue, triste Mauern,

bedeckt das Übel dieser alten Welt;

vorbei der Schmerz, vergessen ist das Trauern,

wenn auf die Seelen helles Leuchten fällt.

 

Der Himmel lässt die Geigen hell erklingen,

ein feiner Ton entrinnt dem stummen All.

Hört ihr von fern die leisen, sanften Stimmen?

Bald klingen sie gewaltig, überall!

 

Gott reicht uns durch die Engel tausend Hände,

gibt Zuversicht, die unser Tröster sei;

wer danach greift, die alte Wahrheit fände;

sie wandelt Angst in Mut, den Tod in Gaukelei.

 

Mit weiten, unsichtbaren, goldnen Schwingen,

entfernen sie den bösen Geist der Zeit,

 wenn sie der Welt Wahrhaftigkeiten bringen,

sieht man durch ihre Augen Ewigkeit.

 

Sie sind dir nah; schließ deine Augen, spüre!

Mit dem Geschenk der Liebe steh’n sie dort;

warten schon lang auf Einlass vor der Türe,

lass’ sie hinein, schick’ sie nicht wieder fort.

 

Sie bringen dir die Wahrheit deines Lebens,

sie zeigen freudig dir den heil’gen Gral;

suchtest du Lebenssinn bisher vergebens,

wird die Erleuchtung folgen, überall.